Der erste Blick unter ihren Rock
Für vier Wochen hatte ich einen Ferienjob ergattert. Nach zwei Wochen wackelte er schon wieder, weil die Firma von einem Konzern aufgekauft werden sollte. Zum Glück war noch eine Generalinventur in dem Riesenlager angesagt. Ich avancierte zum Aufschreiber und die achtzehnjährige Tochter des Chefs wurde mir als Ansager zugeteilt.
Ein verdammt süßer Fratz war sie. Ihre Maße waren perfekt, und ihr langes blondes Haar gaben ihrem Gesicht so etwas feenhaftes. Schon nach ein paar Minuten waren wir ein Team. Lustig und unkompliziert war sie. Dass sie allerdings in Rock und Bluse zur Inventur antrat, machte mir das Leben ganz schön schwer. Nur einen grauen Kittel hatte sie darüber gezogen, um sich nicht zu beschmutzen. Ich hielt manchmal den Atem an, wenn sie die Stufen einer Schiebeleiter hinaufstieg. Ich musste mich ein paar Schritte abseits stellen, um nicht in große Pein zu geraten. Mit der Zeit merkte ich, dass ihr das Spaß machte. Gut, dann wollte ich eben auch keine Rücksicht mehr nehmen. Ich tat einfach so, als hörte ich schlecht, was sie mir zurief, und kam immer näher an die Leiter heran.
Während sie mit den Händen in der oberen Regaletage schob und rückte, hatte ich einen wundervollen Blick unter ihren Rock. Mir lief eine Gänsehaut über die Arme, wer weiß wo noch. Ich glaubte es einfach nicht. Bei meinem nächsten Spähversuch wurde ich betätigt. Die hatte wirklich so einen winzigen String darunter, der nicht einmal das Schamhaar verdeckte. Die blonden Löckchen quollen rechts und links heraus.
Das verflixte Klima
Ein wenig enttäuscht schlendert Ivon über die Promenade am Steilufer. Ihre Miene verfinstert sich bei dem Blick auf den überfüllten Strand immer mehr. Dicht an dicht schmort, spielt und schläft eine unüberschaubare Menschenmasse. Ihren ersten Auslandsurlaub hat sie sich ein wenig anders vorgestellt! Ihr eigentlich zielloser Marsch zahlt sich schließlich aus. Hinter einem schroffen Felsen gibt es noch ein Strändchen. Nicht so schöner, weißer Sand, auch keine Sonnenpritschen, keine Eis und Würstchenverkäufer, aber Ruhe und Idylle! Genau dort bezieht sie am nächsten Morgen ihr Sonnenstudio. Herrlich, aber schon wieder unzufrieden! Da liegt sie nun, allein mit sich, mit der Sonne und ihren Gedanken.
Sie hechtet sich auf den Bauch, nestelt den Verschluss des Oberteils auf und schiebt das knappe Höschen fast zu einem Strick zusammen. Sonnenhunger! Auch die knackigen Bäckchen! Auf dem kleinen Schachcomputer stellt sie gelangweilt die Figuren auf.
“Springer auf b5!” hört sie nach einer Weile. In einem Reflex ist sie auf. “Um Gottes Willen“, muss sie sich belehren lassen, “legen Sie sich wieder auf den Bauch. Die Leute sind hier in dieser Beziehung furchtbar prüde.”
Erst nun fällt ihr rascher Blick auf den unbewusst entblößten Busen. Das Oberteil ist einfach im Sand liegengeblieben. Folgsam streckt sie sich wieder. Den netten Mann, der sie in seinem Leihwagen vom Flughafen mit zum Hotel genommen hatte, erkennt sie auf Anhieb und registriert auch zufrieden seinen bewundernden Blick zu ihren süßen Brüsten. Sie ist sicher, dass er die Knospen stramm und funkelnd gesehen hat. Was Wunder, nach den Wachträumen während ihrer monotonen Schachpartie! Der Gedanke ist ihr bei diesem Mann nicht einmal unangenehm. Amüsiert erkennt sie, warum er es nun so eilig hat, sich zu setzen. Die Überraschung für seine Augen ist ihm bis unter der Gürtellinie gefahren, hat die leichte Popelinhose deutlich ausgebeult.
Die beiden schwatzen und scherzen, bis nach beinahe zwei Stunden Ivon die Einladung zu seiner Strandburg annimmt.
“Ich denke die Leute sind hier so prüde?” kommentiert sie seine Warnung, dass er seinen Platz unter ein paar Nudisten hat.
Gay Kontakte im neuen Revier
Blitz und Donner passten so recht zu Winfrieds Stimmung. Das schwere Sommergewitter verdunkelte den Himmel über der ehemaligen Bundeshauptstadt. Unlustig pendelte Winfried zwischen Küche und Wohnzimmer. Den Tisch für das Abendessen wollte er mit besonderer Sorgfalt decken. Es sollte der Abschiedsabend von dieser Stadt und von seiner jahrelangen Beziehung werden. Lange hatte er gegrübelt, ob er mit seinen fünfzig Jahren noch einmal den Sprung in eine völlig andere Umgebung wagen sollte.
Nun waren die Würfel gefallen. Seine Dienstleistungsfirma hatte nach dem Umzug der Regierung nach Berlin in Bonn keine Chance mehr. “Berlin“, brummelte er vor sich hin, “wie werde ich mich in dieser völlig fremden Stadt einleben.” Das Geräusch an der Wohnungstür riss ihn aus seinen Grübeleien. Es war Knut. Winfried sah, wie dem Freund die Tränen in die Augen traten, als er den besonders festlich gedeckten Tisch sah. Wortlos fielen sie sich in die Arme. Die paar Tränen küsste Winfried dem Mann ab, dann trafen sich ihre Lippen zu einem schmerzlichen Kuss.
“Wir hätten am letzten Abend lieber in einem Restaurant essen sollen” brummelte Knut, als er wieder durchatmen konnte. “Warum machst du uns den Abschied so schwer?”
“Warum nur muss es ein Abschied sein? Geh einfach mit nach Berlin. Meinst du nicht, dass diese Riesenstadt deine Inspiration beflügelt? Malen kannst du überall.”
Noch einmal tauschten sie brennende Küsse aus, ehe sie sich gegenüber an den gedeckten Tisch setzten. An Appetit mangelte es beiden. Sie stocherten auf ihren Tellern nur herum. Die häufigen Griffe zu den Weingläsern verrieten ihre innere Verfassung.
Unvermittelt sprang Knut auf und auf den Schoß des Freundes. Mit feuchten Augen murmelte er: “Mir ist wie vor einer Scheidung. Warum willst du nur alles aufgeben? Sechs Jahre lebten wir als Paar zusammen…”

